„Wie mache ich es einem potenziellen Kunden so einfach wie möglich, sich für mich zu entscheiden?“
Marketing scheitert selten an Kreativität.
Es scheitert an fehlender Orientierung.
Zu viele Maßnahmen, zu viele Kanäle, zu viele Ideen –
aber keine übergeordnete Logik, die entscheidet, was relevant ist und was nicht.
Unsere Arbeit im Marketing beginnt deshalb mit einer bewusst einfachen Frage:
Wie mache ich es einem potenziellen Kunden so einfach wie möglich, sich für mich zu entscheiden?
Diese Frage ist nicht banal.
Sie ist eigentlich radikal, aber simpel.
Denn sie zwingt Marketing dazu, nicht aus der Marke heraus zu denken,
sondern aus dem Entscheidungsprozess des Menschen.
Warum diese Frage der beste strategische Filter ist
Diese eine Frage wirkt wie ein Korrektiv für jede Marketingentscheidung:
- Braucht es diese Botschaft wirklich – oder erzeugt sie nur Komplexität?
- Unterstützt dieser Touchpoint die Entscheidung – oder lenkt er ab?
- Macht diese Differenzierung relevant – oder nur kreativ?
Alles, was die Entscheidung nicht erleichtert, verliert seine Berechtigung.
Differenzierung entsteht dort, wo Entscheidungen leichter werden
Viele Marken versuchen, sich zu differenzieren, indem sie:
- mehr versprechen
- lauter kommunizieren
- komplexere Argumente liefern
Doch aus Marketingsicht ist das ein Trugschluss.
Echte Differenzierung entsteht nicht durch zusätzliche Reize,
sondern durch die Reduktion von Reibung.
Marken unterscheiden sich nicht dadurch, was sie sagen,
sondern dadurch, wie leicht sie es Menschen machen, „Ja“ zu sagen.
Positionierung: Der erste Hebel zur Entscheidungsvereinfachung
Positionierung ist kein Claim.
Sie ist eine strategische Vorauswahl.
Eine gute Positionierung beantwortet nicht:
Was können wir alles?
sondern:
Für wen sind wir die naheliegendste Entscheidung – und für wen bewusst nicht?
Diese Klarheit wirkt in drei Richtungen:
- Reduktion von Vergleichbarkeit
Je klarer die Positionierung, desto weniger Alternativen werden überhaupt in Betracht gezogen. - Schnellere Selbstselektion
Die richtigen Kund:innen erkennen sich selbst – ohne Überzeugungsarbeit. - Weniger Erklärungsbedarf im Vertrieb
Entscheidungen werden vorbereitet, nicht erkämpft.
Positionierung ist damit kein Branding-Tool,
sondern ein entscheidungsökonomisches Instrument.
Customer Journey: Dort entscheidet sich, ob Positionierung glaubwürdig ist
Positionierung schafft Erwartung.
Die Customer Journey muss sie bestätigen.
Ein zentraler Denkfehler im Marketing ist,
Positionierung als Strategie und Customer Journey als Umsetzung zu betrachten.
In Wahrheit gilt:
Die Customer Journey ist die operative Verlängerung der Positionierung.
Jeder Touchpoint beantwortet unbewusst dieselbe Frage:
- Fühlt sich diese Entscheidung richtig an?
Unklare Navigation, unnötige Schritte, widersprüchliche Sprache oder fehlende Orientierung
erzeugen Zweifel – selbst bei starker Positionierung.
Die strategische Logik hinter der Entscheidungsvereinfachung
Wenn wir Marketing durch diese Frage betrachten, ergeben sich klare Differenzierungsmerkmale:
1. Wir reduzieren Komplexität, statt sie zu erklären
Nicht mehr Argumente, sondern klarere Entscheidungen.
2. Wir denken Marketing vom Prozess, nicht vom Kanal
Kanäle sind Mittel – Entscheidungen sind das Ziel.
3. Wir gestalten Orientierung statt Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist wertlos, wenn sie nicht in Handlung mündet.
4. Wir messen Reibung, nicht nur Reichweite
Abbruchpunkte, Unsicherheiten und Verzögerungen sind strategische Kennzahlen.
Warum diese Frage immer wieder gestellt werden muss
Marketing verändert sich.
Märkte verändern sich.
Kund:innen verändern sich.
Diese Frage bleibt.
Sie ist:
- unabhängig von Trends
- unabhängig von Tools
- unabhängig von Kanälen
Und genau deshalb ist sie so wertvoll.
Sie zwingt Marketing dazu, sich immer wieder auf seine eigentliche Aufgabe zu besinnen: Entscheidungen wahrscheinlicher zu machen.
Die gleiche Logik gilt für Mitarbeiter:innen
Auch hier gilt:
- Positionierung entscheidet, wer sich angesprochen fühlt
- Journey entscheidet, ob jemand bleibt oder abspringt
Marken, die klar, konsistent und orientierend auftreten,
werden nicht nur gekauft –
sie werden gewählt.
Fazit
Wer Marketing an dieser Frage ausrichtet,
- priorisiert besser
- kommuniziert klarer
- differenziert wirksamer
- und baut nachhaltigere Marken
Nicht, weil er mehr macht.
Sondern weil er das Richtige weglässt.
Wie mache ich es einem potenziellen Kunden so einfach wie möglich, sich für mich zu entscheiden?
Diese Frage ist kein Gedanke.
Sie ist ein System.
